Bei Brigitte und Walter

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Die Fahrbahn lesen

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Nürburgring

Man kann seinen Gefahrensinn systematisch schärfen und erweitern, wenn man möglichst viele potentielle Gefahrensituationen regelrecht "abspeichert". Voraussetzung ist dabei aber, dass Motorradfahren nicht mehr nur reine Gefühlssache bleibt, sondern ganz wesentlich mit gezielter Vorgehensweise zu tun hat. Es kommt darauf an, Fahrbahndecke und – verlauf sowie Umfeld stets aufmerksam zu beobachten, die darin enthaltenen Signale zu erkennen und entsprechend umzusetzen.

Sehen und reagieren gehört für Biker zur Pflichtübung. Sehen heißt "Fahrbahnlesen" und reagieren heißt wahrgenommenes sofort in angepasste Fahrweise umsetzen. Denn die Straße ist längst nicht immer 100-prozentig griffig. Sie kann nass, glatt, schmierig, löchrig, mit Rollsplitt übersät, kopfsteinpflastrig, frisch geteert, mit Bitumen geflickt und wer weiß was sonst noch sein. Wer hier langsam und vorsichtig fährt, ist noch lange nicht feige, ein Sturz ist dafür eine Schande!

Wenn ich das schon höre: "Ich komme um die Kurve rum und zack, liege ich auf der Nase. Da muss wohl so ein verfluchter glatter Teerstreifen gewesen sein." Natürlich, an einem selbst liegt es nie. Die Reifen haften miserabel, das Fahrwerk taugt nichts, das Auto hat mich geschnitten. Immer haben die Umstände oder andere Schuld. Ich sehe das anders: Wenn ich das Motorradfahren wirklich drauf habe, dann beherrsche ich eben das schlechte Fahrwerk, die harten Reifen, stelle mich ein auf die nasse Piste, Dreck, Sand, Splitt, Gullydeckel und weiß der Teufel was. Die Straße lesen, nennt man das. Ich weiß, das klingt furchtbar arrogant. Aber Motorradfahren ist eben was anderes als Autofahren, nämlich viel schwieriger und auch gefährlicher. Und niemand wird dazu gezwungen. Zweifellos wären haftfähigere Reparaturmaßnahmen besser als das aalglatte Bitumen. Doch auf Kanaldeckeln und Mittelstreifen haut's einen ebenso leicht runter. Eigentlich sind auch Kurven gefährlich, Einmündungen, Kreuzungen mit und ohne Ampeln, Wildwechsel und dösende Sonntagsautofahrer, Nacht und Nebel, Regen und Schnee. Sicher und schnell - Motorradfahren ist nun mal nicht so einfach. Und macht gerade deshalb so viel Spaß.
 

Fahrbahnfarbe und Spiegelung

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nasse Fahrbahn

Alles was glatt ist glänzt
Je dunkler die Fahrbahn (Bitumen), desto rutschiger ist der Belag!
Fahrbahnreparaturen mit herkömmlichem Bitumen sind extrem rutschig und verdreifachten den Bremsweg. Bitumen ist bei Nässe „griffig“ wie Glatteis und übersteht bei heißen Temperaturen kaum eine Saison.

Markierungen
Insbesondere bei Nässe extrem glatt und oft infolge Spiegelungen schwer erkennbar. In den meisten Fällen sind sie auch noch leicht überhöht.

Rollsplitt und Sand

Findet man häufig nach Reparaturen der Fahrbahnoberfläche, bei denen nachträglich Splitt in das Bindemittel eingewalzt wurde. Leider werden die überschüssigen Kiesel – wenn überhaupt - oft erst nach einer mehrwöchigen Einfahrzeit abgekehrt.
Die ersten Frühlingstouren werden zum ungewollten Abenteuer, wenn man Reste von Streusand, vor allem in der Fahrbahnmitte und am Rand nicht einkalkuliert.

Metall auf der Straße: Schienen und Kanaldeckel
Über die, insbesondere bei Nässe, extrem glatten Schienen sollte man im stumpfen Winkel und mit möglichst geringer Schräglage fahren.
Kanaldeckel, die häufig auch noch vertieft oder erhöht zur Fahrbahn liegen, sorgen bei Nässe gleichermaßen für ein erhöhtes Gefahrenpotential. Wenn möglich meiden, oder mit ganz wenig Schräglage überfahren
Falls es doch einmal zum „Rutscher“ kommt, was unser Popometer in der Regel übrigens viel schlimmer empfindet, als es war, sollten Panikreaktionen - wie Bremsen oder Lenkerverreißen - möglichst vermieden werden. Auch hier gilt wie immer die Devise: Immer schön locker bleiben.

Brücken
Der Brückenbelag ist von unten nicht durch den Erdboden isoliert und kühlt daher stärker aus, wodurch es zur Glatteisbildung kommen kann obwohl die übrigen Straßen eisfrei sind.

Aquaplaning
Tritt bei Motorrädern, bedingt durch die schmaleren Reifen mit ganz anderer Kontur, wesentlich später auf als beim Auto.
In ausgefahrenen Spurrillen oder Fahrbahnsenken kann sich aber dennoch, insbesondere nach stärkeren Regenfällen, soviel Wasser ansammeln, das ein flott bewegtes Motorrad schon mal kurzfristig aufschwimmen kann.

Diesel, Öl
Viele Autofahrer tanken zu voll oder vergessen sogar vor lauter Stress den Tankdeckel. Bei vielen LKWs ist der Tankdeckel undicht. Das hat zur Folge, dass sich dieses kostbare Zeug spätestens bei der nächsten Linkskurve auf die Straße legt und wir dazu, wenn wir die Spur nicht gesehen oder gerochen haben. Linkskurven sind deshalb besonders kritisch, da sich die meisten Tanks rechts befinden und die Fliehkraft in Linkskurven ihr übriges tut. Besonders schmierig ist der sehr langsam verdunstende Dieselkraftstoff.
Bei trockener Fahrbahn lassen sich die dunklen Spritspuren einigermaßen gut erkennen, kritisch wird’s bei Nässe. Regenbogenfarbene Schlieren lassen sich am Tage einigermaßen gut erkennen, perlender Diesel eher schwer bis gar nicht.

Baustelle, Kieswerk, Bauernhof, Äcker und Felder
All das sind Merkmale im Verkehrsumfeld, die man als Motorradfahrer tunlichst registrieren sollte. Und zwar nicht wegen frischen Eiern oder Milch, sondern wegen garantiert verschmutzter Fahrbahn. Der Kieslaster ist häufig überladen und verliert insbesondere in Kurven gern Teile seiner Ladung. Baustellenfahrzeuge und Traktoren haben grobes Reifenprofil, hübsch gefüllt mit Erde oder Steinen.
Aber alles kein Problem, solange die Geschwindigkeit und Schräglage daran angepasst wird.

Quellen:
ADAC, MEX, Die Zeit, Motorrad, Bartz Rennstreckentraining
 

Brackel

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Letzte Änderung

Letzte Änderung am 19.11.2017