Bei Brigitte und Walter

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Gesundheit unterwegs

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Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Damit Infektionen, Zahnschmerzen oder Sturzverletzungen nicht Ihren ganzen Urlaub beeinträchtigen, hier eine Menge Tipps zur optimalen Vorsorge und Ersten Hilfe unterwegs.

Fieber, Übelkeit, ein Sturz, Knochenbrüche oder ein Hundebiss - zu Hause schon unangenehm, im Urlaub aber unter Umständen richtig schlimm. Wer jedoch vorsorgt, kann viele Krankheitsfallen rechtzeitig umschiffen, oder kennt - wenn es nun doch passiert - das richtige Verhalten im Ernstfall.

Eine Haftung für die Richtigkeit der Tipps können wir allerdings nicht übernehmen.
 

Fit fürs Motorrad

Trotz guter Reiseplanung, gut gewählter Ausrüstung und technischer Überprüfung des Motorrades sollte die Vorbereitung des eigenen Körpers nicht in Vergessenheit geraten.

Motorradfahren - oft noch in ungewohnter Umgebung und bei hohen Temperaturen - ist anstrengend. Ungewohnte Höhen, große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zusammen mit anstrengender Streckenführung machen die Urlaubsfahrt zur Strapaze, wenn der Körper nicht ausreichend trainiert ist.

Körperliche Fitness ist angesagt. Wer sich rechtzeitig durch Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen in Schwung bringt - oder es sowieso das ganze Jahr über tut - bringt sein Immun- und Herz-Kreislauf-System in Form und ist optimal für solche Belastungen vorbereitet. Wer sportlich trainiert ist und ausgeruht an den Start geht, kann länger konzentriert fahren und im Ernstfall schneller reagieren.

Nicht zu viel und zu fett essen, wenn möglich eine Mischung aus Kohlehydraten und Ballaststoffen, dazu ein vitaminreicher Salat. Und bei hitzigen Temperaturen nicht vergessen: trinken, trinken, trinken. Die Flasche mit Wasser oder Apfelschorle gehört immer griffbereit in den Tankrucksack.

Weitere Informationen zu Fittness beim Motorradfahren
 

Impfungen und Prophylaxe

Je weiter und länger die geplante Reise, desto wichtiger ist die Vorsorge und Vorbereitung zu Hause.
Ganz wichtig: Der Impfausweis. Die Standardimpfungen wie Polio, Diphtherie und Tetanus sollten nicht länger als fünf Jahre zurück liegen.

Hepatitis A und B sind heute ebenso dringend anzuraten wie Tollwut- und FSME-Impfung gegen die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung, wenn man sich beim Campen oder Wandern viel in der Natur aufhält.

Für Fernreisende stellt sich die Frage nach weiteren Schutzimpfungen, die zum Teil - wie etwa die Gelbfieberimpfung - zwingend für manche Länder vorgeschrieben sind. Aktuelle Informationen bietet hier das Internet, das Tropeninstitut, oder weitere Institutionen weiter unten.

Ob eine Malaria-Prophylaxe sinnvoll ist und wie diese im Detail aussehen sollte, lässt sich im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung klären. Entsprechende Mediziner finden sich über die Ärztekammer oder auf den unten erwähnten Internetseiten.

Zum Schluss noch ein Besuch beim Zahnarzt zur Vorsorge und die Reise kann beginnen.
 

Sinnvolle Reiseversicherungen

Es gibt eine Menge verschiedene Versicherungen, mehr oder weniger für die Reise wichtig. Hier nur die beiden allerwichtigsten Abschlüsse, ohne die man ein hohes Risiko eingeht:

- Auslandsreise-Krankenversicherung kann vor dem finanziellen Ruin bewahren
- Rückholdienst mit dem Ambulanz-Jet kann das Leben retten
 

Wichtige Ausrüstung

Die für das Zielland und die Jahreszeit passende Motorradbekleidung ist aktive Sicherheit.

Bei langen Touren durch verschiedene Klimazonen oder Jahreszeiten sollte die Motorradbekleidung über ein breites Temperaturspektrum das Wohlbefinden sicherstellen.

Jacken und Hosen mit herausnehmbarer Klimamembran und Belüftungsöffnungen sind ideal. Protektoren sollten trotz unterschiedlichster Zusammenstellung und Kombination der Einzelteile immer an der richtigen Stelle sitzen.

Die Kleidung muss sich so flexibel anpassen, dass man auch noch ein T-Shirt mehr unterziehen kann.
 

Essen & Trinken

Gefahren für Leib und Leben lauern in ungewohnten Lebensmitteln.

In Mitteleuropa kann man meist das essen, was auch die "Einheimischen" vertragen. Ein frischer Salat in tropischen Gefilden führt aber meist zum Kollabieren der Verdauung. Deshalb gilt der Grundsatz: Koch es, schäl es oder vergiss es! Waschen reicht nicht.
Gerichte mit Eiern sollten in heißen Ländern grundsätzlich durchgegart sein, um Salmonellen den Garaus zu machen.

Wasser nur abgekocht oder nach Behandlung mit dem Wasserentkeimungsmittel Micropur trinken- außer man kann absolut sicher sein, dass es einwandfrei ist.

Getränke, gleich welcher Art, ausschließlich aus originalverschlossenen Flaschen konsumieren. Man kann aber auch zur Not ein paar Tropfen Micropur in die lokalen Getränke mischen, um Übles zu verhindern.
 

Risiken im Straßenverkehr

Im Ausland gibt es oft sonderbare oder nicht erkennbare Regeln. Deshalb ist eine defensive Fahrweise der beste Schutz.

Ein Busfahrer im dichten Verkehrsgewühl in Afrika, Indien oder Pakistan ist es reichlich gleichgültig, ob man nach deutschem Recht Vorfahrt gehabt hätte. Vermutlich wird er Verletzungen eher unserem schlechten Karma als seiner Verantwortung zusprechen.

Wer unten liegt, hat eben Pech gehabt.
 
 
Das am weitesten verbreitete Problem unterwegs stellen Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und Erbrechen dar.

Der häufigste Fehler dabei ist zu wenig Flüssigkeitszufuhr bei gleichzeitiger weiterer körperlichen Belastung. Schonung fördert die Genesung wesentlich. Also lieber ein Tag Pause, als eine Woche leiden. Und immer reichlich trinken. Bewährt hat sich stark gesüßter Schwarz- oder Pfefferminztee, der fast überall erhältlich ist. Ebenfalls gut wirksam ist Cola, vor allem in Verbindung mit salzigem Gebäck. Keine großen Mengen auf einmal und nicht kalt, sondern regelmäßig in kleinen Schlucken trinken.

Wichtig ist außerdem die Zufuhr von Mineralien, entweder durch Mineralwasser, Brühe oder die Mittel aus der Reiseapotheke. Bei Fernreisen kann auch Kokosmilch gute Dienste leisten.

Medikamente sollten nur eingesetzt werden, wenn es wirklich nicht anders geht. Bei anhaltenden Schmerzen und Blut im Stuhl wird der Gang zum Arzt unvermeidlich.
 
 
Schonung und viel trinken hilft ebenso bei fieberhaften Infekten, dem zweithäufigsten Ausfallgrund. Zur schnellen Genesung ist es jedoch sinnvoll, etwas gegen Fieber und Husten einzunehmen. Hält das Fieber (> 38,5 Grad) länger als drei Tage an oder kehrt es periodisch wieder, sollte mit einem Antibiotikum, in Malariagebieten auch mit einem Malariamittel begonnen werden. Letzteres gehört unbedingt in die Reiseapotheke, wenn man nicht ohnehin in der Vorbereitungsphase eine Prophylaxe eingenommen hat.

Sonnenbrand und -stich (Überhitzung) erwischen Reisende in tropischen Gebieten ebenfalls oft. Meist wurde der Körper zu schnell den extremen klimatischen Verhältnissen ausgesetzt. Mitteleuropäer müssen das Schwitzen erst wieder lernen, dabei verliert der Körper viele Salze, die ersetzt werden müssen. Weshalb auch in diesem Fall gilt: Viel trinken und Obst und Gemüse essen (gekocht oder geschält!). Bei Sonnenbrand hilft alles, was kühlt, aber nicht zu fettend ist. Bei schlimmen Verbrennungen Fenistil-Gel auftragen, das sonst Insektenstiche lindert. Ersatzweise kann auch Ballistol-Waffenöl verwendet werden.
 
 
Ein Unfall im Ausland ist noch unangenehmer als zu Hause und abseits jeder Versorgung können selbst Bagatellen langfristig für Probleme sorgen.

Oftmals wird durch die fehlende Schmerzwahrnehmung (Schock) die Schwere der Verletzung unterschätzt. Deshalb bei unklarer Lage lieber früher mit der Organisation von Rettungs- und Bergungsmaßnahmen beginnen. Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten vor der Reise trainiert werden, um im Ernstfall keine Zeit zu verlieren.

Faustregel: Sind nach einer Viertelstunde nicht alle Verletzungsfolgen absehbar, heißt es, alle verfügbaren Mittel zu nutzen, um in ärztliche Versorgung zu gelangen.

Auch wenn ein Sturz glimpflich ausgeht, kommt es häufig zu Abschürfungen und Hautwunden. Hier gilt: zunächst säubern. Am besten mit reichlich Wasser spülen. Außerdem kann man auch mit Seife an einer oberflächlichen Wunde nichts falsch machen. In den Tropen sollte man - wenn möglich - das ganze abtrocknen lassen und nur abdecken. Ist das nicht möglich, dann mit Nebacetin-Puder einpudern und verbinden. Der Verband muss aber regelmäßig alle paar Stunden gewechselt werden. Auch hier hat sich im Notfall Ballistol-Waffenöl als Desinfektionsmittel-Ersatz bestens bewährt.

Spätestens beim Ablösen des schmerzhaft anklebenden Verbands tut es gute Dienste. Wenn eine tiefe Wunde genäht werden muss, bleibt nur der Arzt. Dies muss jedoch schnell erfolgen, denn nach vier bis sechs Stunden kann eine Wunde nicht mehr genäht werden.
 
 
Immer wiederkehrendes Thema sind Zahnschmerzen.
Die obligatorische Vorsorgeuntersuchung vor Reiseantritt wurde bereits angesprochen. Erwischt es einen unterwegs dann doch, helfen gegen die Schmerzen langsam auf dem kranken Zahn zerkaute Gewürznelken.

Wichtig: Ein entzündeter Zahn fällt in vielen ärmeren Ländern dem örtlichen Zahnreißer zum Opfer, denn zahnerhaltende Behandlungen sind dort unbekannt. Da die später zu Hause anfallenden Kosten für eine Brücke oder ein Implantat den Preis einer Weltreise leicht übersteigen können, kommt ein Heimflug meist billiger. Das heißt: Im Zweifelsfall Antibiotikum nehmen und den nächsten Flug buchen.

Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch bei starken Schmerzen aus dem Bauchraum oder Nierenbereich, sowie bei akuten und ungewohnten Kreislaufproblemen, wenn sich die Symptome nicht telefonisch mit einem Arzt klären lassen.
 
 

Wie finde ich einen Arzt?

Einen Doktor muss man erst einmal ausfindig machen.
In Europa gibt es dazu ein Notrufnummernsystem, in der Regel die 112 (Schweiz 114), ebenso in Teilen der USA und Kanadas (911) und Neuseelands (111). Die jeweiligen Nummern unbedingt vorher beim ADAC oder im Internet in Erfahrung bringen.

Im Süden Afrikas und in Australien kommen die "Flying Doctors" praktisch überall hin, wo ein Flugzeug landen kann.

Aber: Wo soll man anrufen? Ein Anruf bei der Notrufzentrale des ADAC oder der Deutschen Rettungswacht hilft da weiter. Die Experten dort kennen auch im entlegensten Winkel der Erde das nächste Krankenhaus. Von dort würde man dann, einen entsprechenden Schutzbrief vorausgesetzt, gegebenenfalls mit dem Flieger abgeholt.

Hilft auch das nicht weiter, ist der letzte Notnagel in jedem Land die zentrale deutsche Botschaft in der Hauptstadt. Deren aktuelle Telefonnummer, die das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite veröffentlicht, unbedingt vor Reiseantritt notieren.
 

Die Reiseapotheke

Auch wenn im Motorrad nur wenig Platz ist, sollte man nicht ohne sinnvolle Bordapotheke verreisen.

Ein motorrad- und reiseerfahrener Mediziner hat die Zusammenstellung vorgenommen und speziell die Bedürfnisse medizinischer Laien berücksichtigt. Gleichzeitig bildet die Auswahl bereits ein Basispaket für ambitionierte Fernreisende. Kleines Gewicht und Volumen, Effektivität der Anwendungen sowie Haltbarkeit unter Extrembedingungen standen bei der Auswahl im Vordergrund. Die meisten Medikamente sind in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich, verschreibungspflichtige mittels Stern gekennzeichnet. Diese mit dem Hausarzt bezüglich individueller Verträglichkeit absprechen.
 
Symptom Medikament Kosten
Unfall/Verletzung Hansaplast, 6-8 cm breit, 50 cm lang; Tapeband, 2,5 cm breit, 100 cm lang; Mullbinde, 8 cm breit, 400 cm lang; elastische Binde, 8 cm breit, 700 cm lang; Nebacetin-Puder, 6 g oder Ballistol-Öl zur Desinfektion
Schmerzen Aspirin direkt; 20 Tabletten, max. 8/Tag 6,00 €
Starke Schmerzen Metamizol 500*, 10 Tabletten, max. 5/Tag 10,00 €
Augen Yxin Augentropfen, 10 ml, unbegrenzt 3,50 €
Nase Otriven 0,1% Nasentropfen, 10 ml, unbegrenzt 2,50 €
Ohr Otalgan Ohrentropfen, 10 ml, unbegrenzt
Oropac (um bei Krankheit gut schlafen zu können)
3,70 €
Infektionen Avalox*, 5 Tabletten, max. 3/Tag
Cefaclor 500*, 10 Kapseln, max 4/Tag
35,00 €
20,00 €
Husten Codicaps*, 20 Kapseln, max 6/Tag 11,40 €
Durchfall Imodium akut plus, 12 Tabletten, max 3/Tag
Elotrans Elektrolytmischung, 10 Beutel, unbegrenzt
6,80 €
3,60 €
Erbrechen Gastrosil*, Tropfen, 30 ml, max 80 Tropfen/Tag 10,50 €
Verstopfung Dulcolax akut, 10 Dragees, max 2/Tag 2,00 €
Sonnenbrand/
Insektenstiche
Fenistil-Gel, 50 Gramm, unbegrenzt 6,70 €
Insektenmittel Moskitonetz, Djungel-Oil, NoBite mit Deet (ca, 12 E)
Reisekrankheit Vomex A, 5 Tabletten, max 3/Tag 14,00 €
Hämorrhoiden Anaestesin-Creme, 20 g, unbegrenzt 3,50 €
Zerrung/
Prellung
Lindfluid, 160 ml, Allgäuer Latschenkiefer, 50 ml 8,80 €
Sex Kondome
Sonstiges Taschenmesser oder Multitool mit Schere, Lupe und Pinzette, Einweg-Spritze (steril), jeweils 2 und 5 ml mit zwei sterilen Nadeln, Rettungsdecke.
 

Surftipps

www.crm.deSehr gute, aktuelle Länderinfo, detailliert, beste Adresse bei Fernreisen
www.gesundes-reisen.deGesundes Reisen ist ein Service des Reisemedizinischen Zentrums (MD Medicus Reise und Tropenmedizin GmbH, Tropeninstitut Hamburg). Gesundes Reisen berät unabhängig von der Vermarktung von Produkten und ist wissenschaftlicher Nachprüfbarkeit (Evidenz) verpflichtet. In die Informationen fließen die Ergebnisse tropenmedizinischer Forschung und die Behandlungserfahrungen bei erkrankten Reisenden ein.
www.fit-for-travel.deImmer aktuelle Seite der Ludwig-Maximilians-Universität München mit ausführlichen Länderinfos
www.kauzner.dePrivate Webseite vom Arzt Andreas Kaunzner mit verlässlichen aktuellen Informationen zu vielen Ländern
www.die-reisemedizin.deEtwas unübersichtliche Seite, jedoch mit der Möglichkeit der kostengünstigen Nachfrage bei spezifischen Problemen.
www.travelmed.deAktuelle Länderinfos, gut für Laien verständlich. Enthält Liste reisemedizinisch tätiger Ärzte und Apotheker
www.malaria.deGut für eine erste Information, berücksichtigt aber nicht jahreszeitliche oder regional spezifische Besonderheit.
www.osir.chDie Seite (nicht nur) für die Motorradfahrer in der Schweiz. Für Laien verständlich, übersichtlich und gut aufgebaut, Merkblätter zum Ausdrucken, sinnvolle Links.
www.auswaertiges-amt.deHier gibt es einen Button, unter dem alle Internetseiten der deutschen Botschaften weltweit alphabetisch verlinkt sind. Auf den jeweiligen Seiten finden sich unter "Die Botschaft" auch die rund um die Uhr erreichbaren Notrufnummern.
www.adac.deEtwas schwer zu finden, verbergen sich hinter dem Button Reiseservice/TourSet/Reisemedizin neben aktuellen Meldungen und reisemedizinischen Tipps die Adressen der Tropeninstitute sowie von deutsch sprechenden Ärzten weltweit und natürlich die Notrufnummern des ADAC weltweit. Für einige Themen ist jedoch die Eingabe der ADAC-Mitgliedsnummer erforderlich.
www.drf.deDie Seite der deutschen Rettungsflugwacht.
Notrufnummer der Alarmzentrale: +49 711 701070
www.visumusa.net/reisecheckliste-usa
Die Ultimative Reisecheckliste und die Packliste für Ihre Reise nach USA
 

Quelle: Motorrad, ADAC
 

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Letzte Änderung

Letzte Änderung am 19.11.2017