Bei Brigitte und Walter

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Start in die neue Motorradsaison

Die ersten zarten Sonnenstrahlen der Saison glitzern durch die Baumkronen, Felder und Wiesen blühen schon. Höchste Zeit, Ihr Bike aus dem Winterschlaf zu holen, um auf der Straße zu glänzen.

Jeder Ausdauersportler wird es bestätigen: Nach der Winterpause kommt man schlecht ohne Vorbereitung in die Saison. Genau so verhält es sich bei Ihrem Motorrad. Sie müssen es erst präparieren, damit die kommenden Ausfahrten zum gelungenen Saisonstart werden. Bestenfalls haben Sie Ihr Bike schon im Herbst ordentlich für den Winterschlaf vorbereitet, haben Öl und Bremsflüssigkeit gewechselt und Batterie, Bremsen und Reifen in den Idealzustand gebracht. Gepflegt und natürlich völlig rostfrei haben Sie Ihrem liebsten Untersatz eine angenehme Winterstätte angedient.

Theoretisch müssten Sie nun im Frühjahr nur die zuvor ausgebaute Batterie wieder einsetzen, den Startknopf drücken, und es geht los. In der Praxis kann man im Frühjahr jedoch in der Regel mit Startschwierigkeiten und vergilbten Teilen rechnen. Kein Grund zu Verzagen, denn mit ein paar einfachen Handgriffen finden Sie mögliche Defektquellen und machen Ihr Bike ruckzuck wieder fit. 2Räder zeigt Ihnen, worauf Sie beim Ausmotten achten müssen. Wieder zulassen müssen Sie Ihr Bike aber selber.

Quelle: 2Raeder
 

Reinigen

Bei einer ausgiebigen Fahrzeugwäsche kann man in aller Ruhe den Winterstaub entfernen und gleichzeitig die Maschine auf Mängel überprüfen. Tritt irgendwo Flüssigkeit aus, ist eine Schraube locker? Sind Hand- und Fußhebel leichtgängig und richtig eingestellt? Bei Bedarf einstellen und schmieren (z. B. mit dem Sprühöl WD-40).
 

Motoröl

Wer beim Einmotten auf den Ölwechsel verzichtet hat, sollte sich jetzt darum kümmern und auch den Filter gleich Mitwechseln. Angaben zu benötigter Öl-Viskosität und Füllmenge finden Sie im Handbuch. Auch während der Saison am besten bei jedem Tanken den Ölstand kontrollieren - immer noch besser, als einen teuren Motorschaden zu riskieren.
 

Bremsen

Vor der ersten Fahrt unbedingt die Funktion der Stopper überprüfen. Für die Kontrolle reicht es, wenn Sie Ihr Motorrad langsam schieben. Prüfen Sie, ob die Bremsen auf den Zug am Hebel und den Tritt aufs Pedal zügig reagieren. Öffnet die Bremse danach wieder, oder sitzen die Kolben fest und gehen nicht wieder zurück?
Erkennbar ist dies an einem erhöhten Widerstand beim Schieben. Sie sollten außerdem untersuchen, ob die Bremsbeläge noch ausreichend stark sind. Bremsstaub an Zange und Scheibe lässt sich mit Bremsenreiniger beseitigen. Kontrollieren Sie auch die Bremsleitungen. Weder an diesen noch an den Verbindungen zu Bremszylinder oder Zangen dürfen poröse Stellen oder Undichtigkeiten sichtbar sein. Sehen Sie im Ausgleichsbehälter nur noch schwarz? Dann wird es höchste Zeit, die Bremsflüssigkeit zu wechseln.
 

Reifen

Liegt das Restprofil unter 1,6 Millimetern oder zeigen sich Risse in der Karkasse, sind dringend neue Reifen fällig. Neues Gummi brauchen Sie auch, wenn während der Fahrt
plötzlich ungewohnte Vibrationen oder sogar Lenkerschlagen auftreten. Ursache ist meist
ein Standplatten auf der Lauffläche. Wer bereits beim Einmotten mehr Luftdruck in den Reifen füllt, verringert diese Gefahr im Frühjahr. Wenn Sie keinen neuen Reifen benötigen, sollten Sie den Reifenfülldruck vor der ersten Fahrt prüfen, denn bei langer Standzeit verringert sich meist der Luftdruck. Korrigieren Sie den Druck bei Bedarf, die Werte stehen im Handbuch. Es empfiehlt sich, den Luftdruck nach ein paar Kilometern an der Tankstelle noch einmal zu prüfen. Die Reinigung der Reifen ist wichtig, um einen gefährlichen Schmierfilm aus Staub bei der ersten Ausfahrt zu verhindern.
 

Elektrik

Kein Start ohne Zündfunken - hat die Batterie nicht ohnehin am Ladegerät überwintert, muss sie für ausreichend Startstrom spätestens jetzt über Nacht geladen werden. Kontrollieren Sie in diesem Zug auch den Flüssigkeitsstand. Beim Anschließen der Batterie müssen Sie zuerst das rote Kabel an den Pluspol, dann das schwarze an den Minuspol anklemmen. Überprüfen Sie vor der ersten Fahrt auch die Fahrzeugbeleuchtung, dazu gehören Blinker, Abblend-, Fern-, Stand- und Bremslicht. Zudem wichtig: Funktionieren sowohl Hupe als auch Killschalter einwandfrei?
 

Bekleidung

Auch die Ausrüstung verlangt nach einem Grundcheck. Seien Sie ehrlich zu sich: Spannt die Lederkombi unangenehm, kriegen Sie den Nierengurt kaum noch umgelegt? Kein Grund, die Kleidung gleich abzuschreiben. Ein Schneider kann Ihnen bei Änderungswünschen meist helfen. Nutzen Sie diese Gelegenheit doch gleich, um auch sicherheitstechnisch aufzurüsten. Ersetzten Sie Schaumstoff durch CE-geprüfte Nachrüstprotektoren. Ist die Lederkombi spröde geworden, macht eine Abreibung mit einer dünnen Schicht Lederfett sie wieder geschmeidig. Prüfen Sie bei der Textilkombi, ob sie noch wasserdicht ist und imprägnieren Sie sie, wenn nötig. Falls sich Nähte an den Handschuhen lösen, kaufen Sie zur Sicherheit lieber ein neues Paar.

Die Stiefel strahlen nach einer Behandlung wieder in frischem Schwarz. Auch der Helm braucht Aufmerksamkeit. Lässt sich das Visier ohne Probleme öffnen und schließen? Ist das Futter in Ordnung und sauber? Reinigen Sie das Helmfutter, wenn nötig, mit Polsterreiniger und machen Sie das Visier vor der ersten Fahrt in jedem Fall staubfrei. Aber wieso ersetzten Sie es nicht gleich durch ein beschlagfreies Pinlock-Doppelscheibenvisier? Sie werden nie wieder ohne fahren wollen.
 

Fahrwerk

Gabel und Federbein(e) überprüfen Sie zunächst auf Undichtigkeiten, dann auf die Funktion. Kontrollieren Sie die Grundeinstellung der Federbasis und stellen Sie Leichtgängigkeit von Lenkkopf-, Rad- und Schwingenlager sicher. Um das Lenkkopflager zu prüfen, nimmt eine zweite Person auf dem Soziusplatz der Maschine Platz. Nun die Gabelholme in gerader Stellung in Fahrtrichtung vor und zurück bewegen. Es darf kein Spiel
 

Kette

Vor der ersten Ausfahrt die Kette schmieren, besser noch am Abend davor, und auf Verschleiß überprüfen. Lässt sie sich vom Kettenrad abheben oder sind an Ritzel und Kettenrad sogenannte Haifischzähne zu sehen, die Zähne sich also in Belastungsrichtung verzogen haben, muss die Kette ausgetauscht werden. Wer die Kette schon beim Einmotten gründlich gereinigt und geschmiert hat, braucht dieses Problem selten fürchten. Sie sollten außerdem die Kettenspannung kontrollieren, wenn ein Fahrer im Sattel sitzt und diese gegebenenfalls korrekt justieren. Nach dem Schmieren der Kette ist es, ratsam nicht gleich loszufahren, da so der Großteil des Kettenfetts gleich wieder abgeschleudert
 

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Letzte Änderung

Letzte Änderung am 19.11.2017