Sardinien 2026
Sardinien unter Strom – mit Brigitte, Gatsby und ganz viel Akku
Unterwegs vom 25. September bis 15. Oktober 2026
Es gibt Reisen, die plant man. Und es gibt Reisen, bei denen man vorher hundertmal die Ladekarte auf dem Handy aufruft, die Reichweite im Kopf überschlägt und sich fragt: „Schaffen wir das wirklich mit dem eAuto bis nach Sardinien?“ Die kurze Antwort lautet: Ja! Die lange Antwort folgt hier, mit Sonne, Meer, sardischem Essen und einem Hund, der inzwischen genau weiß, was ein Sonnenschirm wert ist.
Die Anreise: Strom tanken quer durch Europa
Es war unsere erste wirklich lange Fahrt mit dem Elektroauto: durch Deutschland, über die Alpen nach Österreich und dann hinunter durch Italien bis nach Livorno. Was soll ich sagen? Das Laden hat hervorragend funktioniert. Schnellladesäulen fanden sich zuverlässig, und die Pausen nutzten wir für Kaffee, Beinevertreten und Gassigehen. Gatsby fand dieses Reisekonzept übrigens ausgezeichnet. Alle paar Stunden ein neuer Rastplatz mit neuen Gerüchen ist für einen Hund ungefähr das, was für uns ein Buffet ist.
Nach einer Übernachtung in Livorno ging es dann ganz früh morgens aufs Schiff. Auto rein, Hund an die Leine, Sonnenaufgang am Hafen, viel Sonne während des ganzen Tages an Bord und am Abend nach der Ankunft in Olbia nur noch eine Stunde Fahrt zur Zieladresse in Porto Pozzo.
Unsere Freunde warteten schon mit einem gefüllten Kühlschrank und einem ersten gemeinsamen sardischen Abendessen im Restaurant vor Ort.
Sardinien wir sind angekommen.
Laden auf Sardinien: Eine kleine Abenteuergeschichte
Auf dem Festland hatte ich mich schon an das komfortable Schnellladen gewöhnt. Im Norden Sardiniens wurde es dann merklich sportlicher. Ladestationen gibt es zwar viele, aber meistens sind es kleine, gemütliche Säulen. Dort lädt das Auto so, wie ein Sarde zu Mittag isst: ganz in Ruhe und ohne Eile. Für einen Urlaub ist das eigentlich sympathisch, für einen leeren Akku eher weniger.
Die Lösung war eine Schnellladestation ganz in der Nähe unserer Unterkunft, die ich bei Bedarf angesteuert habe. Das klappte prima, und man wird mit der Zeit ja auch ein bisschen gelassener. Auf Sardinien bleibt einem ohnehin nichts anderes übrig.
Villa Ananas in Porto Pozzo: Unser Zuhause auf Zeit
Untergekommen sind wir in der Villa Ananas (sunrisevillassardinia.com) in Porto Pozzo. Sie gehört unseren lieben, alten Freunden Marinella und Kalin. Die beiden stammen aus Bulgarien, verbringen die Sommermonate aber schon seit Jahren auf Sardinien und kennen die Insel inzwischen wie ihre Westentasche. Wir hatten uns viel zu lange nicht gesehen, und so war die Freude riesig, endlich wieder zusammen am Tisch zu sitzen und nach Herzenslust zu quatschen. Es gab viel nachzuholen!
Zwei Wochen zu zweit mit Hund in der Villa Ananas, und wir wären am liebsten noch geblieben! Wir haben uns vom ersten Tag an wohlgefühlt. Die Villa ist gut ausgestattet, bietet jede Menge Platz und eigentlich alles, was man für einen entspannten Urlaub braucht. Unser persönliches Highlight war natürlich die Terrasse mit Meerblick. Da kann man wunderbar sitzen, aufs Meer schauen und ganz nebenbei vergessen, welcher Wochentag eigentlich ist. Brigitte behauptet, ich hätte einmal ernsthaft gefragt, ob heute Sonntag sei. Es war Mittwoch.
Auch die Lage fanden wir prima. Porto Pozzo ist bequem zu Fuß erreichbar. Dort gibt es ein Café, zwei Restaurants und eine Bäckerei mit Eisdiele. Was will man mehr? Na gut, vielleicht noch ein bisschen mehr Urlaub! Ein Parkplatz direkt an der Villa ist ebenfalls vorhanden, und für unser Auto war das natürlich besonders praktisch.
Marinella und Kalin waren einfach klasse Gastgeber. Bei Fragen kam die Antwort prompt, und sie haben uns mit ihren Geheimtipps zu Badestränden, Restaurants und sehenswerten Orten versorgt. So fühlt man sich gut aufgehoben, ohne dass es kompliziert wird.
Unterwegs im Norden: Unsere Ausflugsziele
Mit den Tipps unserer Freunde im Gepäck haben wir die Gallura, den Nordosten Sardiniens, ausgiebig erkundet:
Porto Pozzo: Unser Heimathafen. Das kleine Dorf liegt an einer langen, schmalen Meeresbucht, die fast wie ein Fjord ins Land hineinreicht. Es ist ruhig, ursprünglich und genau richtig zum Ankommen.
Porto Pollo: Ein Paradies für Wind- und Kitesurfer. Hier pfeift der Wind von der Straße von Bonifacio herüber, und es ist ein Vergnügen, den bunten Segeln zuzuschauen. Selbst ausprobiert haben wir es nicht. Gatsby auch nicht.
Santa Teresa Gallura: Das nördlichste Städtchen Sardiniens hat eine hübsche Piazza und einen alten Wachturm. Bei klarem Wetter sieht man von hier aus hinüber nach Korsika. Ganz schön nah, so ein anderes Land!
Palau: Der Fährhafen zum wunderschönen La-Maddalena-Archipel. Berühmt ist auch der „Bärenfelsen“, ein Granitfelsen, in dem man mit etwas Fantasie tatsächlich einen Bären erkennt. Brigitte sah ihn sofort, ich brauchte etwas länger. Und das beste Speiseeis gab es hier auch.
Arzachena: Ein Städtchen im Hinterland, umgeben von Zeugnissen der Nuraghenkultur wie Gigantengräbern und uralten Steinbauten. Hier spürt man, dass Sardinien eine Geschichte hat, die weit über das Strandleben hinausgeht.
Porto Cervo: Das Herz der Costa Smeralda, mit Luxusyachten, schicken Boutiquen und Preisen, bei denen man lieber zweimal hinschaut. Ein Spaziergang zum Staunen lohnt sich aber auf jeden Fall, und Gucken kostet ja nichts.
San Pantaleo: Ein malerisches Granitdorf in den Hügeln oberhalb der Costa Smeralda, umrahmt von bizarren Felsspitzen. Kleine Gassen, Kunsthandwerk und Galerien machen es zu einem richtigen Künstlerdorf. Hier lässt es sich wunderbar bummeln.
Olbia: Die lebhafte Hafenstadt im Nordosten hat eine nette Altstadt mit Geschäften und Cafés rund um den Corso Umberto. Sie war ein guter Kontrast zur Ruhe unserer Bucht.
Luogosanto: Ein beschauliches Bergdorf, dessen Name schon verrät, dass es ein „heiliger Ort“ ist. Hier gibt es erstaunlich viele Kirchen und Kapellen, und die Basilika besitzt sogar eine eigene Heilige Pforte.
Portobello: Ein kleiner, ruhiger Ort an der Nordküste mit wild geformten Granitfelsen und kleinen Buchten. Ideal, um einfach nur da zu sein.
Aglientu: Ein kleines Dorf im Hinterland, zu dem aber auch ein langer Küstenabschnitt mit herrlichen Stränden und Dünen gehört. Im Dorf selbst geht es gemütlich zu, so wie man es sich für Sardinien wünscht.
Strände, Sonne und ein Hund mit Ansprüchen
Natürlich haben wir auch etliche Badestrände besucht, mal kleine, versteckte Buchten, mal große, weite Sandstrände. In der Nachsaison war das auch mit Hund überhaupt kein Problem: viel Platz, wenig Trubel, und Gatsby durfte überall dabei sein. Vier Strände haben es uns besonders angetan:
Spiaggia Porto Pollo: Hier ist immer etwas los am Himmel. Bunte Kites und Surfsegel flitzen über das Wasser, und wir haben uns mit Vergnügen in die Zuschauerreihe gesetzt.
Spiaggia Porto Liscia: Gleich nebenan liegt dieser lange, weite Sandstrand, an dem man kilometerweit laufen kann. Für Gatsby war das ein Paradies: Er hat jede Welle persönlich begrüßt.
Spiaggia La Licciola: Unser kleines Juwel. Hier gibt es glasklares Wasser, rundgeschliffene Granitfelsen und einen Blick hinüber zu den Inseln des La-Maddalena-Archipels. Man möchte einfach nicht mehr weg.
Spiaggia della Torre, Vignola Mare: Hier wacht ein alter Wachturm über den Strand, und eigentlich sind es zwei Strände in einem. Die rechte Seite ist recht großzügig angelegt, mit Bar und Restaurant, also ideal für alle, die zwischen zwei Bädern einen Cappuccino oder ein Mittagessen genießen möchten. Die linke Seite ist dagegen eher rustikal und urtümlich, mit Natur pur und Felsen. So konnten Brigitte und ich je nach Laune entscheiden, ob uns heute nach Komfort oder nach Abenteuer war. Gatsby hat sich da nicht festgelegt: Er fand beide Seiten großartig.
Das Wetter meinte es weitgehend gut mit uns: Sonne, blauer Himmel, angenehme Temperaturen. Zwei Dinge waren dabei unverzichtbar, nämlich der Sonnenschirm und Gatsbys Wasserflasche. Unser Hund hat schnell begriffen, dass der Schatten unter dem Schirm der beste Platz am ganzen Strand ist, und hat ihn entsprechend in Beschlag genommen. Brigitte und ich durften uns dann den Rest teilen.
Hier gibt es alles. Einsame leere Strände, lange Sandstrände und manchmal auch mit Bar oder Restaurant
Die sardische Küche: Ein Fest für alle Sinne
Ein ganz besonderes Kapitel ist das Essen. Die sardische Küche ist einfach toll: frisch, ehrlich und mit viel Liebe gekocht. Zwei Adressen möchten wir besonders empfehlen. In der Pizzeria Mama in Aglientu fühlt man sich sofort wie zu Hause, und im Restaurant Thomas in Santa Teresa Gallura wurden wir nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Ganz ehrlich: Es gab kein einziges Gericht, das uns nicht geschmeckt hat.
Unser absoluter Favorit war aber die Pasta mit Muscheln, mal mit Cozze, mal mit Vongole. Frischer geht es nicht! Danach schmeckt man das Meer noch auf der Zunge, und Brigitte und ich waren uns einig: Dafür allein lohnt sich die lange Anreise. Die Hosen haben das am Ende der Reise übrigens auch bemerkt, aber das war es uns wert.
Die Rückfahrt: Der lange Weg nach Hause
Abschiede sind nie schön, schon gar nicht von einer Terrasse mit Meerblick und von so lieben Freunden.
Dazu kam ein kleines Problem: Für unseren Wunschtermin gab es auf den Fähren nach Livorno oder Genua keine Kabine für Hundehalter mehr. Also blieb nur der Weg über Civitavecchia, und damit eine deutlich längere Autofahrt bis nach Hause. Aber auch das hat dank zuverlässiger Ladestationen gut geklappt. Und ehrlich gesagt: Je länger die Rückfahrt dauert, desto länger fühlt man sich noch ein bisschen wie im Urlaub.
Unser Fazit
Fast drei Wochen unterwegs, über 4 Tausend Kilometer elektrisch gefahren, eine alte Freundschaft aufgefrischt, wunderschöne Orte entdeckt und hervorragend gegessen. Das eAuto hat sich als echter Reisebegleiter bewährt und Gatsby als ausgezeichneter Strandhund.
Ein herzliches Dankeschön an Marinella und Kalin für die wunderbare Zeit! Sardinien, wir kommen wieder, dann mit einer rechtzeitig gebuchten Hundekabine.
Walter, Brigitte und Gatsby